Wer einen Garten besitzt, kennt das jährlich wiederkehrende Szenario: Nach dem Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern türmen sich Äste und Zweige. Die Frage, wohin mit dem ganzen Grünschnitt, lässt sich jedoch elegant und ökologisch sinnvoll lösen. Anstatt das Material aufwendig zur Deponie zu fahren, bietet sich das Anlegen einer sogenannten Benjeshecke an. Diese Methode verwandelt scheinbaren Abfall in einen wertvollen Lebensraum und dient gleichzeitig als natürlicher Sichtschutz.
Das Prinzip der Totholzhecke
Die Grundidee geht auf den Landschaftsgärtner Hermann Benjes zurück, der das Konzept Ende der 1980er-Jahre entwickelte. Seine Vision war simpel wie genial: Durch das lockere Aufschichten von Gehölzschnitt entsteht ein Wall, der nicht nur als Kompostieranlage fungiert, sondern auch neues Leben anzieht. Der Wind trägt Samen in das Totholz, wodurch mit der Zeit eine lebendige, grüne Hecke durch natürliche Aussaat heranwächst. Heute nutzen viele Gärtner diese Struktur primär, um anfallendes Schnittgut wie Äste und Gestrüpp direkt vor Ort zu verwerten. Für die Tierwelt ist dies ein Gewinn, denn Vögel, Igel und Insekten finden hier dringend benötigten Unterschlupf und Nahrung.
Bauweise und Stabilität
Die Errichtung einer solchen Hecke ist handwerklich nicht allzu anspruchsvoll, erfordert aber eine gewisse Planung hinsichtlich Standort und Größe. Bewährt hat sich eine Konstruktion aus zwei Reihen von Pfählen, zwischen denen das Material geschichtet wird. Gartenexperten wie Peter Rasch empfehlen, die Stützhölzer – idealerweise aus naturbelassenen Birken- oder Tannenstämmen – etwa 60 Zentimeter tief in den Boden zu treiben. Ein Lochspaten leistet hier gute Dienste, um den Pfählen mit einem Durchmesser von sechs bis acht Zentimetern die nötige Standfestigkeit zu verleihen, damit die Hecke auch über 15 bis 20 Jahre bestehen kann.
Der Abstand zwischen den Pfählen in der Reihe sollte etwa einen Meter betragen, während die Breite der Hecke, also der Abstand zwischen den beiden Reihen, meist bei 50 bis 60 Zentimetern liegt. Wer viel Platz hat, kann diese Breite variieren, wobei zu bedenken ist, dass schmalere Hecken weniger Schnittgut aufnehmen. Die Höhe orientiert sich an der praktischen Handhabung: Zwischen einem Meter und Brusthöhe lässt sich das Material gut stapeln. Soll die Hecke primär als Sichtschutz dienen, sind auch zwei Meter denkbar. Um zu verhindern, dass das nachrutschende Holz die Pfähle auseinanderdrückt, können die oberen Enden mit Spanndraht verbunden werden.
Beim Befüllen gilt die Faustregel: Langes, sperriges Astwerk gehört an die Seiten, feineres Material in die Mitte. Auch laubtragende Zweige sind willkommen. Wichtig ist, die Schichten locker übereinanderzulegen und nicht zu stark zu pressen, damit die Hecke ihre Funktion als luftiges Winterquartier für Nützlinge behält. Da das Holz mit der Zeit verrottet, kann Jahr für Jahr neuer Schnitt obenauf gegeben werden.
Pflege und Rückschnitt am Beispiel des Roseneibischs
Das Material für solche Projekte liefert der Garten selbst, beispielsweise durch die Pflege von prächtigen Herbstblühern wie dem Hibiscus mutabilis, im Englischen oft „Confederate Rose“ genannt. Diese traditionsreichen Pflanzen können stattliche Höhen von zwei bis drei Metern erreichen und leiden oft unter winterlichen Frösten. Ein umfassender Rückschnitt erfolgt daher idealerweise im März oder frühen April. Dabei werden zunächst alle Frostschäden entfernt. Wer Form und Größe der Pflanze kontrollieren möchte, kann den Schnitt an diesem Punkt noch weiterführen – wie radikal, bleibt dem Gärtner überlassen.
Bis in den August hinein sind weitere Korrekturschnitte möglich, um die Buschigkeit zu fördern. In dieser sommerlichen Phase lassen sich zudem hervorragend Stecklinge gewinnen: Etwa 15 Zentimeter lange Triebe wurzeln im Sommer meist zuverlässig und sorgen für Nachwuchs dieser spektakulären Blütensträucher.
Der richtige Umgang mit Herbstlaub
Während Zweige in der Benjeshecke willkommen sind, sorgt das Thema Laub auf dem Rasen oft für Unsicherheit. Viele Gartenbesitzer fragen sich, ob die Blätter als Kälteschutz liegen bleiben sollten. Die Antwort ist jedoch eindeutig: Das Laub muss runter vom Rasen. Eine dicke Blätterschicht, die den Winter über liegen bleibt, ist ungesund für die Gräser, da der Rasen keinen Kälteschutz benötigt, sondern Licht und Luft.
Am besten entfernt man die Blätter mit einem Rechen oder einem Rasenmäher mit Auffangkorb. Ist der Laubfall nicht zu stark, kann auch ein Mulchmäher verwendet werden, der das Blattwerk zerkleinert. Die abgetragenen Blätter sind jedoch keineswegs Müll. Sie eignen sich hervorragend zum Mulchen von Beeten oder als wertvolle Zutat für den klassischen Komposthaufen, wo sie den Kreislauf der Natur im Garten schließen.
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