Zwischen System-Update und Hype: Macht Sony die PS5 Pro fit für GTA 6?

Sony schiebt aktuell ein frisches Systemsoftware-Update für die PlayStation 5 und die neue PS5 Pro auf die Server. Wer seine Konsole hochfährt, dürfte in den meisten Fällen direkt vom typischen Download-Hinweis begrüßt werden. Die ganz großen Paukenschläge bleiben bei der Build-Nummer 26.01-12.60.00 (Version 12.6) zwar aus, doch unter der Haube tut sich einiges in Sachen Feinschliff, Stabilität und Komfort. Die eigentliche Spannung liegt jedoch in dem, was noch fehlt – und was das für den anstehenden Release des absoluten Industrie-Giganten Grand Theft Auto 6 bedeutet.

Die kleinen Dinge des Konsolen-Alltags

Sony konzentriert sich bei diesem Patch auf technische Optimierungen und Quality-of-Life-Features. Eine sehr willkommene Änderung betrifft den Willkommen-Hub: Über das Widget für die Freunde-Aktivität lässt sich nun nahtlos direkt in die Spiele springen, mit denen die Kumpels gerade ihre Zeit verbringen.

Zudem führt PlayStation nun endlich Lesebestätigungen für Nachrichten ein. Wer möchte, kann seine Chat-Partner ab sofort wissen lassen, dass eine Nachricht gelesen wurde. Diese Funktion rollt Sony schrittweise aus; sie findet sich tief in den Einstellungen unter „Benutzer und Konten“, dann „Datenschutz“ und schließlich in den Privatsphäre-Einstellungen im Segment „Kommunikation und Multiplayer“. Nebenbei wurden die Nachrichtenfunktion selbst sowie die generelle Menüführung einzelner Bildschirme überarbeitet.

Falls die Konsole das Update nicht von selbst zieht, lässt sich das Ganze manuell in wenigen Schritten anstoßen:

  • Netzwerk prüfen: Die PS5 oder PS5 Pro muss mit dem Internet verbunden sein.

  • Menü öffnen: Im Startbildschirm das Zahnradsymbol für die Einstellungen anwählen.

  • Update suchen: Den Pfad über „System“, „Systemsoftware“ und schließlich „Systemsoftware-Update und -Einstellungen“ folgen.

  • Installation starten: Mit einem Klick auf „Systemsoftware aktualisieren“ sucht die Konsole nach der neuen Version, lädt sie herunter und startet nach der Installation automatisch neu.

Der Elefant im Raum: Wo bleibt PSSR 2.0?

Was aufmerksamen Hardware-Enthusiasten sofort auffallen dürfte: Das heiß erwartete PSSR 2.0-Update für die PS5 Pro glänzt weiterhin durch Abwesenheit. PlayStation Spectral Super Resolution ist Sonys hauseigene Antwort auf moderne PC-Upscaling-Verfahren wie Nvidias DLSS oder AMDs FSR. Die Technik zielt darauf ab, Spiele intern in einer niedrigeren Auflösung zu berechnen und dann mittels spezieller KI-Algorithmen verlustfrei auf eine knackige Ausgabeauflösung hochzuskalieren. Das Resultat sollen wesentlich höhere Bildraten sein, ohne dass die visuelle Qualität leidet.

Dass Sony sich dieses Feature noch aufspart, ist bezeichnend. Schließlich muss die PS5 Pro bald beweisen, aus welchem Holz sie geschnitzt ist, wenn das ambitionierteste Spiel der aktuellen Generation auf den Markt drängt.

Rockstars Marketingmaschinerie und erste Dämpfer

Seit dem fulminanten Reveal-Trailer Ende 2023 treibt die Gaming-Community vor allem eine Sorge um: Wird das Monstrum namens Grand Theft Auto 6 auf den Standard-Konsolen von Xbox und PlayStation überhaupt flüssig laufen? Rockstar Games steht wie kaum ein anderes Studio für extrem dichte, lebendige Open Worlds voller eigenständig agierender NPCs, und das stets auf einem grafischen Niveau, das die Hardware an ihre absoluten Grenzen pusht.

Sony hat sich für diesen Blockbuster geschickterweise die Marketingrechte gesichert. Mit der PS5 Pro als Mid-Gen-Refresh hat man zudem das perfekte Argument in der Hand, um Spielern die beste und flüssigste Konsolenversion von GTA 6 zu verkaufen – zumindest bis irgendwann der obligatorische PC-Port nachgereicht wird. Rockstar selbst hat die Werbetrommel zuletzt ordentlich gerührt und dabei viele wichtige Infos gedroppt.

Neben fantastischen neuen Screenshots gab es allerdings auch echte Aufreger: Ein saftiger Preispunkt von 80 US-Dollar und eine physische Edition, die anscheinend nur einen simplen „Code in a Box“ enthält, haben für mächtig Gegenwind in der Spielerschaft gesorgt.

„PS5 Pro Enhanced“ – Was bedeutet das für Vice City?

Trotz des Frusts über Preis und Verpackung fokussieren sich Technik-Fans auf die Performance. In einem aktuellen Eintrag auf dem PlayStation Blog rühmt Sony bereits, dass sich „GTA 6 auf der PS5 am besten spielt“. Dabei reitet man vor allem auf den immersiven Features der Basis-Konsole herum, wie dem haptischen Feedback des DualSense-Controllers oder der Tempest 3D AudioTech, die den Trip durch Vice City noch greifbarer machen sollen.

Kurioserweise kratzte der Blogpost das Thema PS5 Pro nur ganz am Rande an, ohne echte technische Details zu nennen. Dabei wissen wir längst, dass jedes Spiel völlig unterschiedlich von der Pro-Hardware profitiert. Final Fantasy 7 Rebirth nutzte beispielsweise die exklusive PSSR-Technik, um die eher matschige Auflösung des Performance-Modus drastisch hochzuschrauben, während die 60 FPS stabil blieben. Bei riesigen Open-World-Titeln wie Assassin’s Creed Shadows oder extrem atmosphärischen Spielen wie Alan Wake 2 sorgte PSSR hingegen für dramatisch besseres Raytracing. Andere Schwergewichte wie Horizon Forbidden West und insbesondere Dragon’s Dogma 2 zeigten ebenfalls massive Sprünge; Letzteres lief auf der Pro spürbar flüssiger als auf der Basis-PS5.

Da GTA 6 eine gigantische offene Welt simulieren muss, lässt sich aktuell nur schwer vorhersagen, wie stark die optischen und technischen Verbesserungen der Pro-Fassung wirklich ausfallen. Besitzer der Premium-Konsole dürfen mit Sicherheit eine schärfere Bildauflösung und aufpoliertes Raytracing erwarten. Die große Unbekannte bleibt die Bildrate. Falls Rockstar das Spiel auf der Xbox und der normalen PS5 aufgrund von CPU-Flaschenhälsen auf 30 FPS limitiert, besteht zwar eine kleine Restchance, dass die Pro hier ein paar Frames mehr herausholt. Zu erwarten, dass die PS5 Pro wie durch Zauberei auf 60 FPS springt, wenn das Basismodell das nicht packt, wäre angesichts der identischen CPU-Architektur allerdings extrem optimistisch.

Momentan tappen PS5 Pro-Besitzer bezüglich der konkreten GTA-Upgrades noch im Dunkeln. Man darf aber stark davon ausgehen, dass Rockstar und PlayStation die technischen Spezifikationen nicht ewig unter Verschluss halten können. Viele Gamer halten momentan noch die Füße still und warten mit dem Konsolenkauf ab, bis endgültig Klarheit herrscht. Je früher Sony und Rockstar die Katze aus dem Sack lassen, desto besser – denn der 19. November rückt unaufhaltsam näher.